Welch Hilfe: Eine App für Vielerlei

Begeistert. Grad bin ich begeistert… einfach begeistert. Das ist ein schönes Gefühl, auch wenn es etwas leicht Überdrehtes hat…

Heute Morgen wachte ich auf und dachte, ich brauche eine Veränderung. Eine Hilfe.

Der Tag gestern endete so wunderbar in der Hängematte… doch was war tagsüber?… Ich hatte das Gefühl, ich wäre mal wieder im „Irgendwo“ verschwunden, die Zeit war verstrichen ohne dass ich nachvollziehen konnte, was getan wurde… Es ist nicht so richtig amnestisch, weil ich weiß, dass ich hier war… hier in meiner Wohnung… Es ist eher so: Matschig, im Nebel… vor allem ein Gefühl von unproduktiv. Nein, das trifft es auch nicht ganz. Man braucht nicht immer produktiv sein… sondern es war… Es war nicht schön. Unwohlsein, vielleicht passt das. „Versumpft“ würde eine Freundin sagen…

Heute Morgen dann die Erinnerung daran, dass Sophie0816 in einem Kommentar zu „Best skill today: 25 Minuten“ schrieb, dass sie sich eine App runtergeladen habe, die jede Stunde läute. Auch von einem anderen Viele-System habe ich mal gehört, dass es ihnen gut tat, wenn der Tag in kleinere Abschnitte eingeteilt würde, immer nur an die nächste Stunde gedacht. Ja, ich hatte auch das Gefühl, ich möchte meinen Tag „portionieren“. Ein ganzer Tag frei lässt mich-uns oft versumpfen… die Thematik dahinter noch unklar. Einsamkeits-Flash im Untergrund meine Vermutung…

Ich wollte ausprobieren, ob es mir auch hilft, wenn es hier jede Stunde „läuten“ und wir mal verstärkt nur auf die nächste Stunde schauen würden und die ein wenig bewusster gestalten. Der Wecker im Handy allerdings, warum auch immer, löst Stress aus, ist er gestellt. Ich wollte auch gerne eine App. Und:

Technik… wer fällt mir ein? Unsereins&me natürlich. Und wie wunderbar, klar bekam ich dort eine Idee. Danke euch. Und nach nur 1,5 Stunden bin ich sooo begeistert, dass ich meine allerallerersten Erfahrungen und Gedanken festhalten möchte:

„Daylio“ ist der Grund meiner Begeisterung. Eine App… Gleich wird sie sich wieder „melden“, anzeigen, dass eine halbe Stunde vorbei ist. Die Zeitspanne ist frei wählbar… Anders als in einem Kalender geht es nicht um Morgen oder nächste Woche, nur heute. Für heute kann ich in der kostenlosen Version zwei Erinnerungen eingeben. Hat eine davon „geläutet“, so kann ich eine weitere eingeben, aber halt maximal zwei Uhrzeiten gleichzeitig.

Das erfüllt den Sinn und Zweck, den ich mir heute Morgen gewünscht habe… eine Zeitspanne eingeben und erst einmal nur diese im Blick haben. Es tut gut, dass es dann ein Ende gibt, der Tag nicht so im Leeren verläuft… nicht sooo lang erscheint. Nein, er wird „portioniert“, ist überschaubar… bis zum nächsten Klingeln nur ein paar Minuten…

Doch die App kann noch viel mehr und daran haben wir grad unsere Freude… Mit ihr ist es zusätzlich möglich, sich an die Protokoll-Frage anzunähern und den eigenen Tag zu „protokollieren“… und das sowohl in Aktivitäten als auch in den Stimmungslagen. Und sich später wochen- oder monatsweise anzeigen zu lassen…

appstimmungvorgegebenErste Herausforderung: 5 Felder für Stimmungslagen sind in der kostenlosen Variante verfügbar, die per Smileys selbst kategorisiert werden können. Vorgegeben werden: „Super, Gut, ok, schlecht, lausig“… Das war schon mal eine sehr gute Übung: Welche 5 Stimmungslagen bin ich in der Lage zu differenzieren?… Welche möchte ich gerne „protokollieren“?…

Mein erster Gedanke: Entspannt, ok, angespannt und komisch… die vier sind etwas, was mir hilft, den Tag zu beobachten. Das „komisch“ als Resultat von gestern. Als 5. fügte ich „schlecht“ hinzu… Gleich darauf erinnerte ich mich an meine Skalierung von 1-10 und die Einteilung in grünen, gelben und roten Bereich… ja, DAS ist nach wie vor hier ein „Messinstrument“: Bin ich bzw. der Körper „da“ oder „fern in andere Welten geflasht“? Und so entschied ich mich, noch einmal anders zu kategorisieren: „roter Bereich, 7 schwierig (kurz vor Rot), Ok (und beschäftigt), Ok (und „gelangweilt“), entspannt“… Und Farben kann man dafür auch auswählen aus vorgegebenen Paletten… Total cool… sehr zufrieden

appaktivitätenZweite Möglichkeit: Aktivitäten benennen und Bildern zuordnen… sooooo ein Spaß macht das. Gaaaaaaanz viele Bilder, die mit Zuordnungen vorgegeben sind, doch die sind alle änderbar… jedes Bildchen lässt sich frei mit einem Wort, was für einen selbst passt, beschriften… und es müssen ja nicht nur Aktivitäten sein, ich kann auch ein „Bedarfstablette genommen“-Bildchen suchen und entsprechend beschriften…

Fazit: Sooooooo viele Fliegen werden mit einer Klappe geschlagen… könnten „geschlagen“ werden, wenn ich es denn durchhalte, mich immer erinnern zu lassen und dann auch eintrage, was grad los war-ist:

  • Ich hätte eine Übersicht wie oft bin ich im „roten Bereich“?… wann nehme ich eine Bedarfstablette.
  • Ich könnte schauen, wann habe ich als letztes was gegessen
  • Wie oft und viel hänge ich am Handy? (Thema: Arousal-Junkie)
  • Bei welchen Aktivitäten entspanne ich?…
  • Und wie ist so meine Stimmung über die Woche verteilt? Wie oft gibt es auch das „Ok und gelangweilt“, was ein bisschen auf „Versumpfen“ hinweisen könnte…
  • Und mein Tag wird „portioniert“, weil die App einen Ton macht zu der Zeit, die ich als Erinnerung einstelle…

5smileysmeineUnd es ist alles soooo einfach, weil es mal eben über Bildchen läuft… klick. Fertig. Neue Erinnerung einstellen und sich dann wieder fragen lassen…

Und danach eine Aktivität hinzufügen… appaktivitäten2

und so entsteht im Laufe eines Tages der Tag…

apptagesverlauf

Ich bin grad total begeistert… Danke für diese Empfehlung… auf jeden Fall ein Test wert.

(Erfahrungen Teil 2, hier lesen)

(Erfahrungen Teil 3, hier lesen)

(Erfahrunggen Teil 4, hier lesen)

(Erfahrungen Teil 5, hier lesen)

(Erfahrungen Teil 6, hier lesen)

16 Kommentare zu „Welch Hilfe: Eine App für Vielerlei

  1. In der bezahlten Version kann man noch einiges mehr machen. Vor Allem kann man den Gruppen der 5 Stimmungen dann noch weitere Stimmungen hinzufügen. So dass z.B. der „Rote Bereich“ in „Extrem belastet“, „Rasend vor Wut“, „Total Energielos“, „In Panik“ oder anderes unterteilt werden kann. Diese Stimmungen kann man frei benennen und aus zig verschiedenen Smileys und Farbkombinationen wählen.

    Zudem ist es in der bezahlten Version möglich beliebig viele Erinnerungen zu hinterlegen. So kann man z.B. wirklich jede Stunde an einen Eintrag erinnert werden (oder noch kürzere Abstände, wenn man sehr starke Zeitlücken hat).

    Wichtig ist auch, dass keine Daten beim Anbieter gespeichert werden und man sogar die anonymen Nutzungsstatistiken abschalten kann. In der bezahlten Version kann man eine geschützte Datei als Sicherung z.B. jede Woche auf einen selbst gewählten Speicherort laden.Ob man so Dinge wie den Export als PDF braucht, muss man selbst entscheiden – aber gerade wenn der Thera gerne einen Überblick hätte ist das sicher nützlich, da es in den jährlichen Statistiken auch ein „Jahr in Pixel“ Funktion gibt.

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    1. @unsereins&me Hier gibt es echt totale Freude darüber, jetzt so aufzuschreiben, was gemacht wird. Verstehe ICH selbst noch nicht ganz, weil es ja auch was von „Kontrolle“ hat… Doch irgendwie, wenn auch für mich noch unverständlich, scheint es auch Sicherheit zu geben… Komisch… Will ich wirklich immer wieder erinnert werden und Aktivitäten und Stimmungen aufschreiben?? Ihr habt damit gute Erfahrungen oder?

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      1. Hier hat es extrem geholfen – gerade in der Zeit wo viele Zeitlücken da waren wurde durch das andauernde Eintragen klar, was los war… Und hier gibt es auch einen Eintrag in Orange mit dem Titel Brain-AFK… (AFK = away from keyboard, in dem Zusammenhang das Gefühl, dass gerade keiner fürs Gehirn zuständig ist) Der wird hier halt genutzt, wenn Zeit einfach ‚verschwunden‘ ist.

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  2. Das klingt nicht übel. Wenn hier was „klingelt“ (haha) dann ist es das Rauchbedürfnis das sich über die jahre auf einmal in der Stunde eingependelt und reglementiert hat.
    Heißt aber lange noch nicht, dass man dann weiß…hab ich eigentlich…?
    Wer wo?
    Ich tendiere dazu deise App auch zu probieren aber ich zweifele stark daran, dass wir das durchhalten….sfz
    Wir sind nicht gut in so was…

    Aber es freut mich, dass ihr etwas gutes gefunden habt.
    Viel Erfolg damit.

    Gefällt 2 Personen

      1. Wir haben anfangs eigentlich nur eine App zum Tracken der Stimmung gesucht (wegen der Depression, damit man schlechte Phasen vielleicht rechtzeitiger erkennt) und wir haben einige verschiedene Apps ausprobiert und sind bei dieser dann hängen geblieben. Ich finde es halt sehr praktisch, dass man so viele Einträge machen kann wie man will und nicht bloß einen pro Tag. Und sie ist auch sehr übersichtlich im Vergleich zu anderen Apps. 🙂

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  3. Oh, das klingt ja wirklich richtig gut! Ich denke, das werde ich auch mal ausprobieren. Andere Systeme, regelmäßig die Stimmung o.ä zu notieren, klappen bei mir nicht. Ob ich lieber so old school auf Papier etwas hätte, als per App. Aber besser, wenn es so klappt, als gar nicht. Danke für den wertvollen Tipp!

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  4. per Mail erhalten, mit Erlaubnis, es hier zu veröffentlichen: Danke für die Rückmeldung…
    „Wir haben uns (durch eure Erzählungen mit der dailyo-app) auch diese App geholt und für uns ist ganz schwierig, das so aufzulisten. und dann denken wir immer, wir machen ja gar nichts. (also wir arbeiten Vollzeit, aber nein… wir machen nichts). und deshalb versuchen wir in der app jetzt auch ganz kleinschrittig Aktivitäten zu setzen, sowas wie: Zähne putzen (weil das bei uns auch ein schwieriges Thema ist), mit unserem hund spielen, Papierkram, fegen usw. Also kleinere Teile. Und wir haben auch überlegt, ob wir sogar das fegen nochmal unterteilen in die verschiedenen zimmer. So, dass man einen Überblick hat, dass man „wirklich“ was getan hat. klingt das bescheuert? Weil allein wenn man arbeitet, tut man doch was… hm… Mit der App ist es gut und schwierig irgendwie. Total gut ist, dass wir uns halt erinnern lassen können, mal kurz innezuhalten und zu überlegen, wie es grade ist, was haben wir gemacht die letzte Zeit und wie geht es uns eigentlich gerade? Und oft ertappen wir uns dabei, dass wir antippen wollen, dass es uns gutgeht oder dass es okay ist. und wenn wir dann aber genauer in uns reinhören oder mal überhaupt zuhören, was da so ist, dann merken wir (zumindest im Moment grade), dass es uns eigentlich sehr schlecht geht.“

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